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Steht die Zukunft des SFZ auf dem Spiel?

 

Presseinformation vom 25.01.2010

 

Steht die Zukunft des SFZ auf dem Spiel?

 

Betrifft:  Einladung zur Fraktionssitzung am 26.01.2010

                Zur Thematik Schülerfreizeitzentrum in KW

 

 

Fraktionssitzung am 26.01.2010 im Schülerfreizeitzentrum (SFZ) in Königs Wusterhausen, Scheederstraße, um 16.00 Uhr  

 

Inhalt der Gesprächsrunde, zu der neben Fraktionsmitgliedern, Landrat STepahn Loge und Mitarbeiter des Landratsamtes, Vertreter der Stadt Königs Wusterhausen, Bürgermeister Herr Dr. Franzke, Frau Gerth, Vorsitzende des Ausschusses Soziales, Bildung und Familie, sowie Vertreter des SFZ eingeladen sind, soll sein, Möglichkeiten der inhaltlichen und finanziellen Entwicklung/Unterstützung des SFZ ab dem Jahr 2010 für die Zukunft zu finden.

 

 

 Hintergrund der Fraktionssitzung von UBL-Grüne/B 90

 

 … für das Haushaltsjahr 2010 eine Budgetkürzung von 40% für das Schülerfreizeitzentrums der Johanniter Unfall Hilfe e.V. angekündigt. Nun – 3 Wochen vor Beginn des Jahres 2010 eine derartige und erstmalige Information … zu erhalten, finden wir sehr irritierend und nicht akzeptabel. Ihnen ist sicherlich bewusst, dass wir seit vielen Jahren das Schülerfreizeitzentrum im Auftrag des Landkreises Dahme-Spreewald betreiben, weiterentwickeln und mit Erfolg die Angebote und Kooperationen ausbauen. In diesem Zusammenhang haben wir selbstverständlich mehrere Mitarbeiter vertraglich gebunden und auch die moderne und erforderliche EDV-Technik auf eigene Kosten der Johanniter angeschafft! Wie sollen wir also kurzfristig praktisch auf Ihr Schreiben vom 07.12.2009 reagieren? Die Konzeption des Schülerfreizeitzentrums wurde seit Jahren entwickelt, danach wird gearbeitet und die personelle und technische Ausstattung wurde dem auch angepasst.

 

Das Schülerfreizeitzentrum (im Weiteren SFZ) ist die derzeit einzige Freizeiteinrichtung in Königs Wusterhausen, soweit bekannt auch im Landkreis Dahme-Spreewald, welche nicht primär offene Jugendarbeit, sondern medienpädagogische Bildungsarbeit zum Schwerpunkt hat. Dieser Bildungsauftrag ist im pädagogischen Konzept verankert und vom Landkreis Dahme-Spreewald mit der Vertragsunterzeichnung für den Betrieb des SFZ 2009 bestätigt worden.

 

 

 

Das SFZ war der erste Anbieter im Land Brandenburg, welcher den bundesweit zertifizierten Computerführerschein „comp@ss“ durchführen durfte. Darüber hinaus hat das SFZ den übergeordneten Beraterstatus, ist also landesweiter Ansprechpartner für potentielle neue Anbieter. Das SFZ wurde aufgrund  seiner Aktivitäten bei der Vermittlung von Medienkompetenz sowie der an den Tag gelegten Qualität der Angebote einstimmig in die Landesarbeitsgemeinschaft Multimedia, Sitz Potsdam aufgenommen. Der Leiter des SFZ, Herr Hackert, wurde zu einem der beiden Kassenprüfer der LAG gewählt.

 

Wie bereits im Sachbereicht 2008/2009 aufgeführt, hatten wir bereits im ersten Halbjahr 2009 196 Schüler bei uns, welche nicht aus der Stadt Königs Wusterhausen kamen, nur 155 Schüler kamen aus der Stadt direkt. Dieser Trend hat sich im zweiten Halbjahr fortgesetzt, da z.B. 1x wöchentlich die Klasse 4 der Grund- und Oberschule Groß Köris im Rahmen des Computerführerscheines betreut wird. Das Argument einer hauptsächlichen Nutzerklientel aus der Stadt Königs Wusterhausen ist somit falsch !

 

Wir möchten Ihnen im Folgenden die Auswirkungen auf das SFZ aufzeigen, wenn die geplante Budgetkürzung um 40 % (20 T€) tatsächlich (was wir nicht hoffen) durchgesetzt wird:

 

Interne Möglichkeiten zur Einsparung sind in dieser Größenordnung selbstverständlich nicht vorhanden. Selbst wenn die Mitarbeiter die Reinigung der Räumlichkeiten selbst übernehmen – was eventuell Auswirkungen auf die Öffnungszeiten hat – reicht dieses Potential bei weitem nicht aus, um 20 T€ im Jahr abzufangen.

 

Der alternativ denkbare Weg einer Gebührenerhöhung für die Kinder ist für uns kein Weg, da er erstens gegen Gleichbehandlungsprinzipien (im Vergleich zu anderen Jugendeinrichtungen) und zweitens gegen das Prinzip „Bildung muss für alle bezahlbar bleiben“ verstößt. Aber auch eine Gebührenerhöhung würde die Kürzung in keinem Falle kompensieren können!

 

Da die Förderung des Landkreises zu mehr als 70% Personalkosten sind, bedeutet eine Kürzung um 40% vom Gesamtbudget eine empfindliche Kürzung des Personalschlüssels, welches aber aufgrund gesetzlicher Kündigungsfristen kurzfristig sowieso nicht möglich ist. Langfristig würden mindestens zwei Arbeitsplätze entfallen. Mit den verbleibenden 3 Mitarbeitern ist jedoch nur noch der reine SFZ-Betrieb möglich. Derzeit haben wir alle unsere Bereiche von 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet und realisieren zusätzlich verschiedene Projekte.

 

So leisten wir z.B. in der Wilhelm-Busch-Grundschule Königs Wusterhausen als Kooperationspartner an vier Tagen in der Woche insgesamt 10 Unterrichtsstunden für die Bereiche Computer und Holzbearbeitung. Wir empfehlen ein Gespräch mit Frau Schröter, welche Auswirkungen es hat, wenn wir den Vertrag aus Personalmangel auflösen müssen.

 

Die Herderschule Königs Wusterhausen wird den Ganztagsbetrieb aufnehmen und sucht qualifizierte und zuverlässige Kooperationspartner, die über Sport- und Spielangebote hinaus anspruchsvolle und für die Entwicklung der Schüler wichtige Angebote realisieren. Obwohl wir durch unsere Erfahrungen auf diesem Gebiet dafür nachweislich prädestiniert wären, könnten wir dann dafür kein Partner sein.

 

Frau Kliem von der Fontane-Grundschule Niederlehme möchte klassenweise den Computerführerschein ablegen. Natürlich möglichst in der Schule. Dieses Ansinnen müssten wir ablehnen. Gleiches trifft auf Dr. Drescher von der Paul-Dessau-Gesamtschule Zeuthen zu.

 

 

Der Vertrag mit der Grund- und Oberschule Groß Köris müsste beendet werden, ebenso der Vertrag mit dem Hort Knirpsenstadt für den Medienkurs. Auch das Angebot in Horten und Grundschulen für den Erste-Hilfe-Kurs für Kinder, dem „Ersthelfer von Morgen“, könnte nicht mehr realisiert werden.

 

Und letztendlich müsste der Vertrag mit der Jugendarrestanstalt Königs Wusterhausen gelöst werden, wo wir Jugendlichen aus dem gesamten Land in Kursen zu Bewerbungstraining die Möglichkeit geben wollen, ihre zukünftigen Chancen zu verbessern und einen Platz im Leben zu finden.

 

Und noch eine gravierende Auswirkung wird diese geplante Budgetkürzung um 40% haben:

 

Das SFZ hat in den letzten anderthalb Jahren eine stetige Entwicklung in Richtung „Medienkompetenzzentrum“ genommen. Begründet ist dies zum Einen im Fehlen von Räumlichkeiten für Offene Jugendarbeit, wie sie andere Freizeiteinrichtungen haben. Zum Anderen sind vom Basiskonzept und der Qualifikation unserer Mitarbeiter her beste Voraussetzungen gegeben gewesen.

 

Ausschlaggebend aber war die Überlegung: Was fehlt an Angeboten für Kinder, Jugendliche, auch für Schulen? Und wie kann das bestehende und bestätigte Konzept zum Betrieb des SFZ qualitativ weiterentwickelt werden?

 

Königs Wusterhausen ist nun Rundfunkstadt, größte Stadt im Landkreis. Während es in Berlin in jedem Stadtbezirk ein Medienkompetenzzentrum gibt, haben weder die Stadt Königs Wusterhausen noch der Landkreis Dahme-Spreewald eine solche Einrichtung. Wir besetzen diese Nische durch unsere medienpädagogischen Angebote zur Vermittlung von Medienkompetenz bereits jetzt durch unsere praktische Arbeit.

 

Die LAG Multimedia erwägt derzeit, das SFZ aufgrund des Engagements und der Qualität der Arbeit als weiteres „JIM (Jugendinformations- und Medienzentrum)“ zu installieren. Für uns ist dies Ansporn und Bestätigung, hat doch der Ministerpräsident des Landes Brandenburg einen Teil der bisherigen JIM´s persönlich eröffnet.

 

Für diese qualitative Entwicklung des SFZ gibt es bereits positive Zusagen für eine Zusammenarbeit mit anderen Partnern. Der Förderverein “Sender KW“ e.V. unterstützt die Entwicklung, da er es als wertvolle Ergänzung bei der Entwicklung des Gesamtkonzeptes Funkerberg sieht. Zumal eine Medienakademie im Gespräch ist. Der Geschäftsführer des Radiosenders „Sender KW“  hat mehrfach erklärt, uns im Bereich redaktionelle und journalistische Weiterbildung unterstützen zu wollen. Es gibt bereits jetzt Anfragen von Lehrern, Erziehen, Pädagogen zu unseren Weiterbildungen für Medienkompetenz. Auch diese Entwicklung würde durch die geplante Budgetkürzung um 40% im Keim erstickt.

 

Eine Budgetkürzung ist unserer Meinung nach das verkehrte Signal. Eine Unterstützung dieser Entwicklung, eine Aufstockung des Budgets unter Einbeziehung anderer Partner und Träger wäre der richtige und notwendige Weg. Antizyklisch verhalten und in Bildung und Zukunft investieren sichert langfristig Qualität und Fortschritt.

 

Vor dem Hintergrund der Zusagen der Bundesregierung auf dem vergangenen Bildungsgipfel, die Länder in ihren Bildungsaufgaben mit 48 Millionen zu unterstützen, bitten wir Sie um ein Überdenken Ihrer Überlegung/Planung bezüglich einer SFZ-Budgetkürzung im Jahr 2010 um 20.000,00 € …

 

(Auszug aus einem Brief des SFZ, liegt der Fraktion UBL-Grüne/B90 vor)