Der Landkreis hält am Bau weiterer Rettungswachen fest und will diese Pläne bis 2022 umsetzen. Das geht aus Vorlagen hervor, die derzeit auf den Tischen der Kreistagsabgeordneten liegen und noch vor Weihnachten beschlossen werden sollen. Inhaltlich beschäftigen sich diese zwar eher mit der formalen Fortschreibung von Plänen für den Rettungsdienst. Doch dabei wird erneut ein Problem benannt, das die Dahme-Spreewälder Verwaltung schon seit fünf Jahren umtreibt.

Hilfsfrist beträgt 15 Minuten

2015 zeigte ein Gutachten sichtliche Schwächen bei der Einhaltung von Hilfsfristen auf. Mehr als 15 Minuten dürfen eigentlich nicht vergehen, nachdem ein Anruf in der Rettungsstelle entgegengenommen und verstanden wurde und bevor Notarzt oder Sanitäter vor der Tür stehen. Um diese Zeit künftig einhalten zu können, müssen unter anderem weitere Rettungswachen gebaut werden.

Sie sollen in Walddrehna, Brand (Amt Unterspreewald) und in Burglehn (Lieberose/Oberspreewald) entstehen. Am 1. Mai 2020 soll eine weitere Rettungswache in Bindow bei Zeesen durchgängig mit einem Rettungswagen besetzt werden. Ein zweiter soll ab Oktober 2020 mit der Eröffnung des BER dort stationiert werden. Die drei genannten neuen Wachen sollen bis 2022 fertig sein. In Leibsch (Unterspreewald) steht im ersten Quartal 2020 ein umzug in die neue Wache an der Neuendorfer Straße an.

Dahme-Spreewald erwartet weiter Probleme

Trotz alledem – und der Erhöhung der Rettungsmittel in den bestehenden Wachen – warnt die Kreisverwaltung jetzt schon, dass die gesetzlich geforderte Hilfsfrist auch dann nicht eingehalten werden kann. Als Gründe werden schließende Landarztpraxen ebenso genannt wie die „ungenügende Vorhaltung des kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes“ und eine fehlende Verzahnung von ambulanter und stationärer Behandlung von Patienten.

Hilfsfrist wird nicht eingehaltenZehn Millionen Euro für neue Wachen

DAHME-SPREEWALD

22 100 Rettungswagen-Einsätze werden für 2019 verzeichnet. Gut eine Million Kilometer wurden dabei zurückgelegt. Die Gesamtkosten für den Rettungsdienst in LDS belaufen sich den Kreisangaben zufolge auf 22 222 135 Euro.