Mit dem Hinweis auf ihre wendischen Wurzeln, ihrem Elan und Netzwerk hat sie überzeugt: Sabrina Kuschy ist vom Kreistag erwartungsgemäß zur hauptamtlichen Sorben/Wenden-Beauftragten ernannt worden. Die Entscheidung fiel am Mittwoch und gilt zum Jahresbeginn. „Es ist für mich eine Herzensangelegenheit, die Anliegen der Sorben/Wenden voranzubringen.“

LÜBBEN

Das war es für ihn auch: den bisherigen ehrenamtlichen Sorben/Wenden-Beauftragten Dieter Freihoff. Mit der Novellierung des Sorben/Wenden-Gesetzes im Oktober 2018 wurde der Landkreis verpflichtet, diese Position zu einer hauptamtlichen Stelle in der Kreisverwaltung zu machen. Dass der bisher ehrenamtlich tätige Freihoff in den Bewerbungen um die Vollzeitstelle auf Platz zwei landete, hatte zunächst für Enttäuschung gesorgt. Doch Freihoff ist als Mitglied im Rat für sorbisch/wendische Angelegenheiten des Landtags Brandenburg weiterhin in wichtiger Funktion und Verantwortung.

Dahme-Spreewald hat jetzt zwei wichtige Vertreter

„Mit Sabrina Kuschy auf der regionalen Ebene und Dieter Freihoff auf Landesebene können wir jetzt glücklich sein, dass die Angelegenheiten der Sorben und Wenden im LDS gleich durch zwei sehr versierte Menschen vertreten werden“, sagte Landrat Stephan Loge (SPD) in seinem Bericht dazu, den er mit herzlichem Dank und Blumen für Dieter Freihoff verband. Dem schlossen sich Vertreter der Fraktionen an.

Sabrina Kuschy stammt aus Byhleguhre. Vor 15 Jahren begann sie ihre Ausbildung in der Landkreisverwaltung Dahme-Spreewald, seit zwölf Jahren arbeitet sie dort in der Tourismusförderung. „Der Spreewald ist für mich Geburts- und Wohnort“, sagt sie. „Hier ist meine Heimat, hier bin ich verbunden. Aufgrund meiner wendischen Wurzeln ist es für mich eine Herzensangelegenheit, die Anliegen der Sorben/Wenden voranzubringen.“ Sie verfüge über ein umfassendes Netzwerk, sei jung, motiviert und wolle sich „mit ganzer Kraft dieser neuen Herausforderung stellen“.

Junge Sorben/Wenden zwischen Heimat, Tradition und Moderne

Ihr Ziel sei es, zum einen mit den Nachbarkommunen wie Cottbus oder Oberspreewald-Lausitz gemeinsame Netzwerke aufzubauen. Zum anderen liege ihr Schwerpunkt aber auch an der Zusammenarbeit der Kommunen innerhalb des Landkreises in Bezug auf sorbisch-wendische Belange. Im Kreistag betonte sie erneut, dass sie vor allem auch jungen Menschen „das Bewusstsein zwischen Heimat, Tradition und Moderne nahe bringen“ wolle.