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Entwurf eines Schreibens zur Schalenwildbejagung an das Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft und den Landtag Brandenburg

 

Unser Landkreis besitzt mit über 45 % seiner Fläche einen relativ hohen Waldanteil. Nach Einschätzung von Forstmitarbeitern und Ökologen ist gegenwärtig auf bis zu 90 % dieser Fläche eine Naturverjüngung nicht möglich. Als Hauptursache dafür muss ein zu hoher Bestand an Schalenwild angesehen werden. In gleicher Weise hatte sich bekanntlich der Direktor des Landesforstbetriebs im Dezember 2013 für Brandenburg insgesamt geäußert. Mit großer Sorge haben wir zur Kenntnis genommen, dass der Rohstoff Holz, die klimaausgleichende Wirkung des Waldes sowie der Umbau zu angepassten, naturnahen Beständen für die Zukunft gefährdet sind, wenn es nicht gelingt, den Wildbestand auf ein verträgliches Maß zu reduzieren. Zäune im Wald sind nicht nur sehr teuer und für Kleinwaldbesitzer kaum finanzierbar, sie verschärfen auch die Probleme auf der verbleibenden Fläche.

Wir bekennen uns zur Notwendigkeit der Jagd, fordern aber, dass das Jagdrecht so reformiert wird, dass eine nachhaltige Entwicklung des Waldes durch angepasste Wildbestände ermöglicht werden kann. Zusätzlich mahnen wir mehr Sorge für die Erhöhung der biologischen Vielfalt in der Agrarlandschaft an. Wir regen an, dass eine forstbehördliche Stellungnahme zu allen Waldgebieten in die Entscheidung zu Abschussplanungen einbezogen wird. Weiterhin gibt es positive Erfahrungen bei Drückjagden, wenn Hundemeuten zum Einsatz kommen.

Die untere Jagdbehörde hat in den letzten Jahren in Abstimmung mit dem Jagdbeirat versucht die Spielräume des Jagdrechts im Sinne einer Begrenzung der Schalenwilddichte zu nutzen. Die positiven Wirkungen für den Wald sind allerdings bisher ausgeblieben. Im Gegensatz dazu gelang es in zwei Landesforstrevieren unter Nutzung von Sonderregelungen und durch eine konsequente Bejagung, die natürliche Verjüngung wieder zu ermöglichen. Wir sehen das als Beweis dafür, dass eine Trendumkehr trotz veränderter Umweltbedingungen möglich ist.