Region macht sich fit fürs Alter
Gisela Damaschke, Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie, aus Lübben spricht in der Luckauer Kulturkirche vor mehr als 100 Teilnehmern über die gesundheitliche Versorgung im Landkreis. Foto: Jan Augustin

Die feierliche Einweihung der geriatrischen Tagesklinik hätte gut und gern in das Programm der Fachtagung gepasst. Als Praxisteil gewissermaßen. Da diese Terminüberschneidung aber reiner Zufall gewesen sein soll, wie ein Sprecher des evangelischen Krankenhauses versichert, kann die Eröffnung schon als eine Antwort dienen. Eine Antwort auf die Frage: Wie kann die gesundheitliche Versorgung in Zeiten des demografischen Wandels aussehen?

Unter diesem Titel beschäftigten sich mehr als 100 Experten aus der Branche bei der Fachtagung des Gesundheitsamtes. Unter ihnen zum Beispiel die Geschäftsführerin des Medizinischen Zentrums Lübbenau, Karin Linke oder die Lübbener Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie, Gisela Damaschke. Referent in der Kulturkirche war auch: Harald Wulsche, der Chefarzt der neuen geriatrischen Klinik, die seit Anfang Februar mit zehn Therapieplätzen in Betrieb gegangen war. Das teilstationäre Konzept der Klinik ähnelt der geplanten Tagespflegestätte des Deutschen Rotes Kreuzes, die im Herbst in der Jahnstraße eröffnen soll und für die erst am Montag der erste Hammerschlag fiel. Im Vortrag von Chefarzt Wulsche ging es dann naturgemäß auch um eine überalterte Bevölkerung in einer strukturschwachen Region.

Dass sich die Politik, Verwaltungen, Krankenkassen und Ärzte mit dem Thema beschäftigen müssen, ist dringend notwendig. Der Gesundheitsdezernent des Dahme-Spreewald-Kreises, Carsten Saß, warnte in seiner Rede vor einer sich verschärfenden Situation im Bereich der ambulanten Versorgung. Zwar gebe es im Kreis fünf Kliniken an sieben Standorten, 97 Haus- und 144 Fachärzte sowie ein personell gut aufgestelltes Gesundheitsamt. "Jedoch bestehen schon jetzt ambulante Versorgungsdefizite insbesondere im fachärztlichen Bereich und im Süden des Landes", sagte Saß. "Facharzttermine werden zur Mangelware." In den nächsten Jahren werde sich diese Situation aufgrund der aktuellen Bevölkerungsentwicklung verschärfen.

Zum Thema:
Die Bevölkerungsentwicklung in Dahme-Spreewald ist paradox: Während die Einwohnerzahl im gesamten Kreis von 1991 bis heute steigt (von 140 000 auf 160 000), sinkt sie in den südlichen Kommunen wie Luckau und Lübben. Grund ist das starke Wachstum in der Region Schönefeld-Wildau und Königs Wusterhausen. Folge dieser Entwicklungen ist eine starke Zunahme der Altersgruppe 65 plus.