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Großer Bahnhof in Lübben

9. Juli 2026

Frank Selbitz – UBL-Fraktionsvorsitzender

Nachdem der Bahnhof Lübben im Jahr 2004 zum schönsten Kleinstadtbahnhof Deutschlands gekürt wurde, ist er nun — nach weiteren zwei Jahrzehnten Bauzeit — auch verkehrstechnisch vollständig erschlossen. Zwischenzeitlich hatte sich sogar Mario Barth in einer Fernsehsendung seine Gedanken über den Fortgang der Arbeiten gemacht.

Nun ist es so weit: Mit der feierlichen Eröffnung der neuen Personenunterführung am Bahnhof Lübben am 8. Juli 2026 erhält die Stadt erstmals einen barrierefreien Zugang von der Westseite. Damit verbessert sich die Anbindung für Pendlerinnen und Pendler ebenso wie die Verknüpfung von Bahn, Bus, Auto und Fahrrad.

Zeitgleich mit der Fertigstellung der Unterführung wurde durch die Stadt ein neues Zugangsbauwerk auf der Westseite errichtet. Es umfasst eine überdachte Bike-and-Ride-Anlage, zusätzliche Fahrradstellplätze, einen neu gestalteten Vorplatz mit Sitz- und Wartebereichen sowie moderne Beleuchtung und Begrünung.

Für das rund 800.000 Euro umfassende Vorhaben der Stadt stellte das Land Brandenburg Fördermittel in Höhe von 720.000 Euro aus der ÖPNV-Förderrichtlinie bereit.

Mit beiden Projekten entsteht erstmals ein vollwertiger westlicher Bahnhofszugang. Damit wird ein wichtiger Baustein für eine nachhaltige Mobilitätsentwicklung in Lübben fertiggestellt.

Türöffner: Zukunft – Beruf

2. Juli 2026

UBL-Fraktion zu Besuch im OSZ Königs Wusterhausen

Die UBL-Fraktion im Kreistag Dahme-Spreewald besuchte im Rahmen ihrer Fraktionssitzung am 30. Juni 2026 das kreisliche Oberstufenzentrum in Königs Wusterhausen. Empfangen wurden die Fraktionsmitglieder von Schulleiter Eckehard Thiele – und das im wahrsten Sinne des Wortes mit Genuss.

Die Schüler der Klasse der Berufsfachschule Grundbildung PLUS – Schülerinnen und Schüler mit begrenzten Deutsch-Kenntnissen hatten unter Anleitung ihres Lehrers Ronny Graßmann im Rahmen ihrer Ausbildung frisches Brot gebacken und dazu karamellisierte Butter in verschiedenen Geschmacksrichtungen zubereitet. Damit wurde gleich zu Beginn deutlich, wie praxisnah und engagiert am OSZ gearbeitet wird.

Im Anschluss stellte Schulleiter Eckehard Thiele die verschiedenen Bildungsgänge des Oberstufenzentrums vor und erläuterte, wie sich die Ausbildungslandschaft in den vergangenen zehn Jahren verändert hat. Dabei wurde deutlich, welche wichtige Rolle das OSZ für die berufliche Bildung im Landkreis Dahme-Spreewald spielt.

Ein besonderer Schwerpunkt des Besuchs lag auf dem Programm „Türöffner: Zukunft – Beruf“. Die beiden Mitarbeiter des Landkreises Dahme-Spreewald, Elise Pöschla und Sebastian Gallin, die für das Projekt verantwortlich sind, berichteten über dessen Entwicklung und die bisherigen Erfolge.

Das Programm unterstützt insbesondere Schülerinnen und Schüler, die beim Übergang von der Schule in Ausbildung oder Beruf besondere Schwierigkeiten haben. Sie werden durch „Türöffner: Zukunft – Beruf“ aufgefangen, begleitet und ermutigt, ihre beruflichen Chancen zu nutzen. Auch minderjährige junge Menschen bis zum Alter von 18 Jahren, die aus Drittländern nach Deutschland kommen und häufig noch über geringe Deutschkenntnisse verfügen, erhalten durch das Projekt Orientierung und konkrete Zukunftsperspektiven.

Gerade für junge Menschen, die ohne zusätzliche Unterstützung Gefahr laufen würden, beim Start ins Berufsleben den Anschluss zu verlieren, ist dieses Angebot von großer Bedeutung. Es hilft nicht nur den Jugendlichen selbst, sondern stärkt zugleich die berufliche Bildung, die Integration und letztlich auch die Fachkräftesicherung im Landkreis.

Da das Bundesprogramm nach mehr als zehn Jahren im Jahr 2028 ausläuft, sollte aus Sicht der UBL-Fraktion rechtzeitig über eine Fortführung gesprochen werden. Erfolgreiche Strukturen, die jungen Menschen echte Chancen eröffnen, dürfen nicht erst dann Thema werden, wenn ihr Ende bereits unmittelbar bevorsteht.

Herr Thiele, Leiter OSZ und Herr Gallin, Projektleiter „Türöffner-Zukunft-Beruf“ stellten die Schule und das Projekt vor.

 

© Fotos: Lutz Krause

Richtfest für Gesamtschulbau mit gymnasialer Oberstufe in Groß Köris

1. Juli 2026

Was lange währt, wird gut: Mehr als zehn Jahre wurde über die notwendige Erweiterung der Grund- und Gesamtschule Groß Köris beraten, diskutiert und gerungen. Im Oktober 2025 konnte schließlich der Grundstein gelegt werden. Nun wurde, nicht einmal ein Jahr später, Richtfest gefeiert.

Die Erweiterung der Schule ist ein wichtiger Schritt für die Bildungslandschaft im Landkreis Dahme-Spreewald. Vor allem die UBL-Fraktion im Kreistag LDS hatte den Sachverhalt über viele Jahre immer wieder thematisiert und auf eine tragfähige Lösung gedrängt. In einem langwierigen Prozess wurde die Erweiterung schließlich in die Schulentwicklungsplanung aufgenommen und unter Federführung des Amtes Schenkenländchen auf den Weg gebracht.

Zum Richtfest kamen Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bauamtes sowie Bauarbeiter, Baubegleiter und die Architektin zusammen. Gemeinsam erlebten sie den Moment, in dem der Richtkranz als sichtbares Zeichen für die Fertigstellung des Rohbaus nach oben gezogen wurde.

Damit ist eine wichtige Etappe auf dem Weg zu einem modernen Schulstandort erreicht. Der Neubau soll künftig dazu beitragen, den steigenden Bedarf an Schulplätzen in der Region zu decken und zugleich gute Voraussetzungen für eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe zu schaffen.

Gefeiert wurde dieser Baufortschritt von allen Beteiligten ausgiebig. Zugleich bleibt der Blick nach vorn gerichtet. Wie der Amtsausschussvorsitzende Ralf Irmscher (UBL) feststellte, gehe es jetzt darum, „zügig die nachfolgenden Aufgaben umzusetzen, um im kommenden Jahr, zu Schuljahresbeginn 2027/2028, den kompletten Schulbetrieb aufnehmen zu können“.

Für die UBL ist das Richtfest daher nicht nur ein Grund zur Freude, sondern auch ein Auftrag: Der Schulbau in Groß Köris muss weiter mit Nachdruck begleitet werden, damit aus der langen Planung nun auch rechtzeitig gute Lernbedingungen für die Schülerinnen und Schüler entstehen.

Landrat Herzberger, Amtsdirektor Theel und Bauamtsleiter Kalisch

Richtkranz wurde gesetzt

Mitglieder der UBL Uwe Vogt, Frank Selbitz und Ralf Irmscher mit dem Amtsdirektor Theel.

 

Schulklassen, Lehrer, Bauarbeiter, Verwaltungsmitarbeiter und Kommunalpolitiker waren beim Richtfest vor Ort

Landwirtschaft, Tourismus und kommunale Herausforderungen im Fokus

24. Juni 2026

Die diesjährige Sommer-Tagung der UBL führte die Kreistagsfraktion nach Dürrenhofe. Im Mittelpunkt standen aktuelle politische Themen des Landkreises Dahme-Spreewald, die Besichtigung eines der erfolgreichsten Agrarbetriebe Brandenburgs sowie ein intensiver Austausch über die Entwicklung der Gemeinde Märkische Heide.

Zu Gast bei einem der erfolgreichsten Agrarbetriebe Brandenburgs

Die Sommer-Tagung der UBL fand in diesem Jahr auf dem Gelände der Agrargenossenschaft Dürrenhofe/Unterspreewald statt. Die Kreistagsfraktion konnte zahlreiche Gäste aus Politik und Verwaltung begrüßen, darunter Landrat Sven Herzberger, Sozialdezernent Stefan Wichary, den Bürgermeister der Gemeinde Märkische Heide, Dieter Freihoff, sowie den Bürgermeister der Stadt Lübben, Jens Richter.

Zum Auftakt der Veranstaltung stellte Gastgeber Matthias Tillack die Struktur und Ausrichtung der Agrargenossenschaft vor. Der Betrieb ist mit acht eigenständigen Geschäftsbereichen breit aufgestellt. Das Spektrum reicht von der traditionellen Tierhaltung und Pflanzenproduktion über den Agrarhandel bis hin zum eigenen Hofladen. Damit ist die Genossenschaft nicht nur ein bedeutender Arbeitgeber in der Region, sondern auch ein wichtiger Bestandteil regionaler Wertschöpfungsketten.

„Wir stellen uns den aktuellen Herausforderungen und Problemen, indem wir nach Lösungen suchen“, beschrieb Matthias Tillack die Unternehmensphilosophie. Die Teilnehmer der Klausurtagung erhielten dabei einen umfassenden Einblick in die moderne Landwirtschaft und konnten sich anschließend selbst von der Qualität und Frische der regional erzeugten Produkte überzeugen.

Märkische Heide – eine Gemeinde der Vielfalt

Im weiteren Verlauf der Tagung informierte Bürgermeister Dieter Freihoff über die Entwicklung der Gemeinde Märkische Heide, zu der insgesamt 16 Ortsteile gehören – darunter auch Dürrenhofe.

Neben aktuellen Zahlen, Daten und Fakten stellte Freihoff verschiedene Aushängeschilder der Gemeinde vor. Besonders hervorzuheben ist das Eurocamp in Groß Leuthen, das sich als touristischer Anziehungspunkt etabliert hat. Die reizvolle Lage am Rand des Spreewalds macht die Gemeinde zu einem beliebten Ziel für Erholungssuchende. Jährlich besuchen Hunderttausende Gäste die Region. Vor diesem Hintergrund wird derzeit die Einführung einer Tourismusabgabe geprüft.

Gleichzeitig sprach der Bürgermeister auch bestehende Herausforderungen offen an. Dazu gehört die weitere Entwicklung von Gewerbeflächen, beispielsweise im Ortsteil Groß Leine. Ebenso drängt die Gemeinde auf die Realisierung des seit Langem geforderten Radweges entlang der Bundesstraße 87 zwischen Lübben und Biebersdorf durch den Landesbetrieb Straßenwesen.

Feuerwehr wartet auf neues Gerätehaus

Besonders bewegend war die Diskussion um das Feuerwehrgerätehaus in Dürrenhofe. Nachdem das Gebäude im vergangenen Jahr durch einen Brand zerstört wurde, konnte die Feuerwehr zwar kurzfristig und unbürokratisch in einer Halle der Agrargenossenschaft untergebracht werden.

Die Mitglieder der Feuerwehr machten jedoch deutlich, dass diese Übergangslösung kein dauerhafter Ersatz für ein eigenes Gerätehaus sein kann. „Eine Heimstatt ist dies für uns nicht“, erklärten die anwesenden Kameradinnen und Kameraden.

Die Gemeinde steht vor dem Problem, dass die finanziellen Mittel für einen Neubau fehlen. Auch die Leistungen der Versicherung reichen bei Weitem nicht aus, um die Kosten vollständig zu decken.

Landrat Sven Herzberger sagte zu, das Anliegen bei seinem Gespräch mit dem Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg in der kommenden Woche anzusprechen. Über mögliche Lösungsansätze will er in seinem Bericht zur Kreistagssitzung am 1. Juli 2026 informieren.

KITA-Bedarfsplanung: Zwischen Pflichtaufgaben und finanzieller Realität

Als dritter Tagesordnungspunkt stand ein besonders sensibles Thema auf der Agenda: der KITA-Bedarfsplan 2026–2029 des Landkreises Dahme-Spreewald. Sollte dieser – wie vorgesehen – am 8. Juli 2026 im Jugendhilfeausschuss beschlossen werden, könnte er nach Einschätzung der Beteiligten erneut erheblichen politischen und sozialen Diskussionsstoff liefern.

Lübbens Bürgermeister Jens Richter schilderte die Auswirkungen für die Stadt deutlich. Nach den aktuellen Planungen werden bereits im Jahr 2026 insgesamt 267 KITA-Plätze nicht benötigt. Bis 2029 soll diese Zahl jährlich um rund 60 Plätze steigen. Bei durchschnittlichen Kosten von etwa 2.700 Euro pro Platz bedeutet dies eine erhebliche zusätzliche Belastung für den ohnehin angespannten Haushalt der Stadt.

Für Irritation sorgt dabei die unterschiedliche Verantwortung von Landkreis und Kommunen. Der KITA-Bedarfsplan stuft sämtliche Kindertagesstätten in Lübben grundsätzlich als erforderlich ein. „Wir beurteilen, ob ausreichend Plätze für alle Kinder vorhanden sind, ob die pädagogische Vielfalt gegeben ist und ob die Subsidiarität gewährleistet ist“, erläuterte Sozialdezernent Stefan Wichary. „Für die Wirtschaftlichkeit sind einzig und allein Städte, Ämter und Gemeinden verantwortlich.“

Das bedeutet in der Praxis: Können Kommunen die Finanzierung dauerhaft nicht sicherstellen, müssen sie gegebenenfalls Einrichtungen schließen – selbst dann, wenn diese im Bedarfsplan weiterhin als erforderlich ausgewiesen werden. Hinzu kommt ein weiterer Aspekt: Schließungen betreffen ausschließlich kommunale Einrichtungen. Kindertagesstätten freier Träger können von den Städten und Gemeinden nicht geschlossen werden.

Für die Stadt Lübben ergibt sich daraus ein erhebliches finanzielles Risiko. Sollten die fehlenden Mittel in Höhe von rund 729.000 Euro für das Jahr 2027 nicht bereitgestellt werden, könnten insbesondere die städtischen Kindertagesstätten unter Druck geraten. Auch Hilferufe an das Land Brandenburg hätten bislang keine finanzielle Entlastung gebracht. Stattdessen lautet die Antwort aus Potsdam: Die Kommunen müssten ihre Pflichtaufgaben erfüllen.

In der Diskussion wurde zugleich auf einen möglichen Widerspruch hingewiesen. Mit dem geplanten Ausbau des Spreewerks sollen in den kommenden Jahren mehrere Hundert neue Arbeitsplätze entstehen. Dadurch könnten zusätzliche Familien in die Region ziehen, die wiederum auf ausreichende Betreuungsangebote angewiesen wären.

Zum Abschluss der Debatte machte Stefan Wichary die Position des Landkreises deutlich: „Den Schwarzen Peter können Sie, Herr Bürgermeister, nicht dem Landkreis Dahme-Spreewald zuschieben. Wir erfüllen mit dem KITA-Bedarfsplan unsere Pflicht.“ Gleichzeitig betonte er die Gesprächsbereitschaft des Landkreises, um gemeinsam nach Lösungen für die betroffenen Kommunen zu suchen.

Hier noch ein paar Impressionen von der Veranstaltung (©Uwe Vogt):

 

Waldwandel im Spreewald

17. Juni 2026

Spätestens seit dem großen Hochwasser von 1981 befindet sich der Spreewald – heute als Biosphärenreservat geschützt – in einem tiefgreifenden Wandel. Besonders die Waldbewirtschaftung steht vor großen Herausforderungen. Dabei sind die Interessen der verschiedenen Akteure heute vielfältiger denn je.

Auf der einen Seite steht der Landesforst mit seinem gesetzlichen Auftrag, die Wälder nachhaltig und pfleglich zu bewirtschaften. Auf der anderen Seite verfolgen die Vorgaben des UNESCO-Biosphärenreservats sowie die Ausweisung von Reservatszonen und Wildnisgebieten das Ziel, natürliche Prozesse weitgehend ungestört ablaufen zu lassen.

Zwischen diesen unterschiedlichen Ansprüchen suchen Fremdenverkehrsvereine, Kommunen und touristische Anbieter nach Wegen, den Spreewald sowohl für Gäste als auch für Einheimische weiterhin erlebbar zu gestalten. Gleichzeitig überwachen staatliche Behörden die Einhaltung der geltenden Regelungen, sind jedoch vielfach selbst Eigentümer betroffener Flächen.

Vor diesem Hintergrund organisierte die UBL mit ihren Spreewälder Vertretern, dem Fraktionsvorsitzenden Frank Selbitz und der Bürgermeisterin von Alt Zauche-Wußwerk, Doreen Bochynek, bereits zum zweiten Mal ein Treffen zahlreicher Beteiligter in Neu Zauche.

Im Rahmen einer vom Fremdenverkehrsverein Neu Zauche und dem Biosphärenreservat Spreewald entwickelten „Waldwandeltour“ bot sich den Teilnehmern die Gelegenheit zum direkten Erfahrungs- und Meinungsaustausch. Dabei standen nicht nur die sichtbaren Veränderungen des Waldes im Mittelpunkt. Auch angrenzende Themen führten zu einem intensiven Austausch über bestehende Herausforderungen sowie zu Überlegungen für gemeinsame Lösungsansätze.

Die offene und sachliche Diskussion, geprägt von fachlichem Wissen und unterschiedlichen Perspektiven, wurde von den Teilnehmern als äußerst konstruktiv und inspirierend wahrgenommen. In der besonderen Atmosphäre des Spreewaldes entstanden neue Impulse für den weiteren Umgang mit dem Waldwandel in einer einzigartigen Kulturlandschaft.

Hier ein paar Impressionen (© Fotos Lutz Krause)